Herz- und Gefässkrankheiten


Arteriosklerose (Arterienverkalkung)

Arteriosklerose ist das Ergebnis einer chronischen Entzündung der Gefässinnenhaut. Diese wird durch eine überschiessende Reaktion nach Verletzungen der Gefässinnenhaut ausgelöst, die durch normale Blutdruckschwankungen immer wieder passieren können. Faktoren wie ein hoher Insulinspiegel (Hyperinsulinämie), viel Bauchfett, Stress, Rauchen, hoher Medikamentenkonsum und gewisse Umweltfaktoren (Abgase, Elektrosmog, Intensive Sonneneinstrahlung) begünstigen den chronischen Entzündungsverlauf. Es lagern sich Fette, Kalk und Zellbestandteile (Plaque) an den Gefässwänden ab, die den Blutfluss einschränkten und schliesslich ganz unterbrechen.

Koronare Herzkrankheit

Ursache für die koronare Herzkrankheit ist eine Arteriosklerose der Herzarterien, die dazu führt, das der Herzmuskel nur noch mangelhaft durchblutet und nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Wenn der Sauerstoffmangel im Herzmuskel länger als 20 Minuten andauert, sterben Zellen ab. Dieser Zustand wird dann als Infarkt bezeichnet.

Das geeignete Training

Eines der wichtigsten Anwendungsgebiete der Trainingstherapie ist die koronare Herzkrankheit. Die Ergebnisse von umfangreichen Forschungen zeigen eindeutig, dass körperliches Training sich positiv auf die Betroffenen auswirkt.  Es hat gerade vor dem Hintergrund der Entzündungstherorie einen direkten Einfluss auf die Entstehung der Erkrankung! Beim Training werden vermehrt antientzündliche Substanzen (Myokine), Botenstoffe aus der Muskulatur, ausgeschüttet. Ein positiver Nebeneffekt ist auch, dass Risikofaktoren, die überhaupt erst Ursache der koronaren Herzerkrankungen waren, deutlich gemildert werden können, beispielsweise Störungen im Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel oder beim systolischen Blutdruck. Eine Trainingstherapie erleichtert ihnen ausserdem den Schritt, ihren Lebensstil grundlegend zu ändern.

Herzinsuffizienz

Als Herzinsuffizienz wird die gemeinsame Endstrecke verschiedener Herzerkrankungen bezeichnet, bei der es zu einer allmählichen, drastischen Abnahme der Pumpleistung des Herzens kommt. Häufig ist es die Spätfolge einer koronaren Herzkrankheit, aber auch Herzmuskelentzündungen und langjährige Herzklappenfehler können in einer Herzinsuffizienz münden. Herzinsuffizienz gehört zu den häufigsten internistischen Folgeerkrankungen weltweit!

Positive Auswirkungen einer Trainingstherapie bei Herzinsuffizienz:

- Steigerung der Leistungsfähigkeit der Muskulatur --> Muskeln übersäuern erst bei höherer Leistung
- Sympathisches Nervensystem wird beruhigt --> Stresshormon und Bluthochdruckbelastung ist niedriger
- Niedrigerer Blutdruck unter Belastung --> geringere Engstellung der Gefässe = Entlastung des Herzens

Ein Muskelaufbautraining wirkt  bei einem Patienten mit Herzinsuffizienz  krankheitsbedingtem Muskelabbau und -funktionsverlust entgegen. Achtung! Ein Training ist erst nach genausten Abklärungen und entsprechenden Vorgaben des Arztes möglich!