Insulinresistenz

Insulin ist ein Hormon mit vielen Aufgaben. Unter anderem sorgt es nach dem Essen dafür, dass Kohlenhydrate bzw. Zucker, aber auch die Fett- und Aminosäuren (Bausteine der Fette und Eiweisse), die im Blut kreisen, in die verschiedenen Zellen gelangen und dort zum Aufbau von Reserven oder Körperstruktur verwendet werden können. Der Körper produziert Insulin in der Bauchspeicheldrüse.

Die meisten Zivilisationskrankheiten haben eine besondere Gemeinsamkeit - eine Schieflage des Zuckerstoffwechsels. Vor allem 'schlechte' Kohlenhydrate, welche den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen, führen über diese sogenannten Hyperglykämien zu überhöhten Ausschüttungen von Insulin. Lange Zeit erscheint der Blutzuckerspiegel normal - jedoch zum Preis eines erhöhten Insulinspiegels. (Hyperinsulinämie)

Hyperinsulinämie und Hyperglykämie verursachen die sogenannte Insulinresistenz. Das bedeutet, dass Kohlenhydrate und Zucker nicht mehr richtig verwertet werden, da die Bindestellen für Insulin ihre Empfindlichkeit verlieren. So wird aus Zucker und schlechten Kohlenhydraten Fett. Schlechtes Cholesterin und hohe Triglyzeride steigen über diesen Mechanismus an. Auch die Harnsäure (Gicht), die Leberwerte (Fettleber) und der Blutdruck steigen an.

Im Körper entfalten sich über zu viel Insulin, schlecht verwendete Zucker und freie Fettsäuren generalisierte Entzündungen. Diese Entzündungen sind lange Zeit verdeckt, das heisst im Blutbild schlecht zu entdecken. Sie schädigen das Gehirn, die Nerven, die Blutgefässe, das Herz, die Nieren, die Augen, die Knochen und die Muskeln. Muskelschmerzen, Fibromyalgie, Muskelschwäche und Gelenkbeschwerden wind über die Energiehaushaltsstörungen häufig Frühsymptome - und Ausläufer dieser Stoffwechselentgleisung.

Als Metabolisches Syndrom führt dies oft zum Diabetes mellitus Typ 2 und zu Fettleibigkeit. Über weitere Wege können schliesslich Herzinfarkt und Schlaganfälle ausgelöst werden. Im Sinne eines Diabetes Typ 3 des Gehirns können ebenso eine Demenz oder eine MS-Erkrankung eingeleitet werden.

Das geeignete Training

Es ist unbestritten, dass sich eine Insulinresistenz und damit auch Krankheiten, die sich aus ihr entwickeln können, bewegungstherapeutisch positiv beeinflussen lassen. Studien haben ausserdem gezeigt, dass eine Ernährungsumstellung, ohne eine gleichzeitig durchgeführte Trainingstherapie nur kurzfristige Erfolge aufweist. Das Ziel ist, den Energieumsatz zu steigern und von den positiven Botenstoffen und Hormonen, die von einer arbeitenden Muskulatur ausschüttet werden massgeblich zu profitieren.

Diabetes Typ 2

Eine langjährige Insulinresistenz mündet irgendwann ins Bild de Diabetes Typ 2. Dabei erschöpfen sich die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Es handelt sich jedoch keinesfalls um eine schicksalhaft erlittene Stoffwechselkrankheit - in erster Linie ist der Lebensstil für ihre Entstehung verantwortlich.

Wenn die Konzentration an Blutzucker dauerhaft erhöht ist,  gehen Eiweisse mit Zucker eine chemische Verbindung ein - die Proteine verzuckern. Wenn diese Verzuckerung in den kleinsten Blutgefässen, den Kapillaren, stattfindet, quellen die Gefässwände auf und stören den Blutfluss. Unter anderem erhalten dadurch Blutgefässwände und Nerven zu wenig Nährstoffe und können nicht mehr richtig arbeiten. Langfristig werden auch die grossen Gefässe, die Nieren, die Netzhaut der Augen und das Herz in Mitleidenschaft gezogen werden. Die allmähliche Nervenschädigung hat auch eine Störung der Informationsweiterleitung zur Folge. Warnsignale des Körpers können nicht mehr ans Gehirn weiter geleitet werden.

Das geeignete Training

Bewegung ist bei diesem Krankheitsbild von elementarer Bedeutung, denn wer eine schlechte körperliche Fitness hat, riskiert einen frühzeitigen Tod. Diabetiker können ihre körperliche Leistungsfähigkeit durch ein moderates Ausdauer- und Krafttraining genauso verbessern wie untrainierte Gesunde! In der Forschung herrscht Einigkeit darüber, dass regelmässiges Training in Verbindung mit einer entsprechenden Ernährung und, sofern notwendig, einer medikamentösen Therapie eine der Grundlagen für die erfolgreiche Behandlung von Diabetes Typ 2 ist.