Übergewicht und Fettsucht (Adipositas)


Von Übergewicht spricht man, wenn ein abnormal grosser Anteil des Körpers aus Fett besteht - wird dabei ein bestimmter Wert überschritten, ist von Adipositas (krankhafter Fettsucht) die Rede. In den westlichen Industrienationen hat die Zahl der Übergewichtigen in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen, hierzulande gilt bereits jeder zweite als übergewichtig. Übergewicht und die mit ihm verbundenen Begleiterkrankungen werden von vielen Medizinern sogar als die zentrale Geissel der Gesellschaft dieses Jahrtausends betrachtet.

Wie bei Tieren, die Winterschlaf halten, war auch der Mensch in früheren Jahrtausenden von der Fähigkeit, Fett zu speichern und somit in Notzeiten über Energiereserven zu verfügen, abhängig. Heutzutage führen der ständige Überfluss an Nahrung und Bewegungsmangel dazu, dass wir immer dicker werden.

Fettgewebe ist kein träges Organ. Es ist vielmehr ein hochaktives Gewebe, das Botenstoffe und Hormone (Adipokine) an den Organismus abgibt. Adipokine wirken bei der Steuerung des Hungergefühls, sind für die Entstehung von Bluthochdruck verantwortlich und beeinflussen das Immunsystem.

Bei der Beurteilung der gesundheitlichen Aspekte von Übergewicht spielt die Fettverteilung eine entscheidende Rolle:

  1. Vermehrtes Unterhautfettgewebe, das am ganzen Körper, mehrheitlich im Hüft-, Beinbereich vorhanden ist (Birnentyp)
  2. Vermehrtes Bauchfett (viszerales Fett), das sich zwisch den inneren Organen und den Eingeweiden ablagert (Apfeltyp)

Apfeltypen leiden viel häufiger, als Birnentypen, unter schlechten Blutfettwerten und Bluthochdruck. Es kommt zu einer Absenkung des 'guten' HDL-Cholesterins und dauerhaft erhöhten Entzündungswerten, was das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung dramatisch erhöht.

Das geeignete Training

Wegen der hohen Energiedichte von Fett ist es schwer, durch ein Bewegungsprogramm allein abzunehmen. Häufig wirkt sich ein Training zur Gewichtsreduktion zu Beginn nur wenig auf das Körpergewicht aus. Durch die vermehrte Bewegung wird zwar Fett reduziert, aber gleichzeitig Muskulatur aufgebaut, sodass das Gesamtgewicht unverändert bleibt.

Dennoch ist die Trainingstherapie bei der Reduktion von Übergewicht und dem Entrinnen aus dem Teufelskreises von Trägheit und Gewichtszunahme von grosser Bedeutung:

- An erster Stelle steht ein 'Ernährungs-Lernen', gute Tips und Tricks und eine Vielzahl von köstlichen Rezepten mit niederer Zucker- bzw. Kohlenhydratlast um die Energiebilanz umzukehren.

- Das Training verhindert einen Muskelabbau, was sich extrem schlecht auf den Stoffwechsel auswirken würde und zudem einen 'Jojo-Effekt' begünstigen würde. Muskeln verbrauchen auch im Ruhezustand mehr Energie als Fettgewebe, weshalb eine Körperzusammensetzung mit zunehmend mehr Muskelmasse eine langfristige Gewichtsreduktion unterstützt.