Rheuma (chronische Polyarthritis)

Wenn man landläufig von Rheuma spricht, ist in der Regel die rheumatoide Arthritis gemeint. So wird eine chronische Entzündung bezeichnet, die den ganzen Körper betrifft, auch Lunge, Haut und Herz erfassen kann, sich aber in besonderem Masse in den Gelenken bemerkbar macht. Die Erkrankung ist keine typische Alterserscheinung, sie kann in allen Altersgruppen auftreten, auch wenn die meisten Neuerkrankungen zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr registriert werden.

Die chronische Polyarthritis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem Antikörper gegen körpereigene Strukturen bildet. Die Krankheit verläuft schubweise, sodass sich Phasen von geringer Entzündung und wenigen Schmerzen mit hochaktiven schmerzhaften Entzündungsschüben abwechseln. Da sie schleichend verläuft, bleibt die Krankheit meist lange Zeit unentdeckt. Ist sie weiter fortgeschritten, kann es zu einer Zerstörung der Gelenkstrukturen bis hin zu Verformungen kommen. Die schmerzbedingte Inaktivität, die chronische Entzündungsreaktion können die Entstehung einer Osteoporose verstärken.

Das geeignete Training

Studien haben gezeigt, dass eine Trainingstherapie sowohl die Belastbarkeit im Alltag als auch den Gemütszustand der Patienten verbessert. Im Sinne einer Osteoporose-Prophylaxe verlangsamten sich bei den Betroffenen ausserdem die Entkalkungsprozesse der Knochen. Wie bei anderen Krankheiten, bei denen eine Entzündungsreaktion als Ursache angenommen wird, dürfte der Effekt einer Trainingstherapie auf eine rheumatoide Arthritis darin bestehen, dass durch Muskelarbeit verschiedene antientzündliche Botenstoffe (Myokine) von den Skelettmuskeln in den Kreislauf abgegeben werden und so Herz-Kreislauferkrankungen und einem frühzeitigen Tod entgegenwirken.