Krebserkrankungen


Unter Krebs versteht man eine Gruppe von Krankheiten, bei denen Körperzellen unkontrolliert wachsen. Sie dringen in benachbartes gesundes Gewebe ein, verdrängen es oder verbinden sich untrennbar mit ihm und zerstören es dabei. Das neu entstehende Gewebe, auch Tumor oder Geschwulst genannt, streut bösartige Zellen, die durch die Blut- oder Lymphbahnen in andere Körperteile gelangen. Dort beginnen sie ihrerseits mit der Neubildung von entartetem Gewebe und bilden Tochtergeschwulste, sogenannte Metastasen.

Der Grundmechanismus für die Entstehung aller Krebsformen ist eine Entartung des genetischen Zellmaterials durch verschiedene Einflüsse. Das können Umweltfaktoren wie Strahlen, aber auch Tabakrauch, Infektionen und möglicherweise auch Fehler in der Ernährung sein. Sie stören die Prozesse, die die Lebensdauer und die Teilung von Zellen steuern, sodass Krebszellen sich unkontrolliert entwickeln.

Das geeignete Training

Zahlreiche epidemiologische Untersuchungen haben nachgewiesen, dass regelmässige körperliche Aktivität einen vorbeugenden Effekt auf fast alle Arten von Krebserkrankungen hat. Im Handbook ob Cancer Prevention der WHO wurde bereits im Jahr 2002 darauf hingewiesen, dass Darm- und Brustkrebs bei Menschen, die sich regelmässig bewegen, zwischen 40 und 60 Prozent seltener auftreten als bei Inaktiven. Bewegung stellt also einen guten Schutz vor den beiden häufigsten und gefährlichsten Krebsarten dar.

Wichtig ist jedoch auch, dass Bewegungstraining während einer Krebstherapie und innerhalb der Nachsorge einen grossen Stellenwert einnehmen sollte. Denn allen Krebserkrankungen ist gemeinsam, dass sie sich mit einem ausgeprägten Gewichtsverlust (Kachexie) äussern. Diese Kachexie geht mit einer Abnahme der Muskelmasse, der Kraft und der Leistungsfähigkeit einher. Krebs-Patienten fühlen sich schwach, haben wenig Appetit und leiden an einer beträchtlichen psychischen Belastung, was ihre Lebensqualität deutlich herabsetzt.

Die Trainingstherapie ist bis heute das beste Mittel gegen den Muskelschwund und wirkt ausserdem Stimmungsaufhellend! Um eine Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen, sollte deshalb ein minimales Training angestrebt werden.

Quelle: Heilkraft der Bewegung von Prof. Dr. Klaus-Michael Braumann